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Im vergangenen Jahr haben insgesamt sieben kleine Abessinier, sechs
Buben und ein Mädi, das Haus "von Abimarin" bevölkert.
Erst vier dann nach weiteren vier Wochen noch drei Minipumas und dann
war irgendwann jede Menge pulsierendes Leben da. Wer Abys kennt, weiß
was ich meine.
Das ist die fernsehlose Zeit, denn die Kleinen zu beobachten, mit ihnen
zu spielen und zu schmusen ist schöner als alles andere. Man kann
süchtig danach werden!
Manchmal vergehen Tage und die Babys scheinen sich gar nicht zu verändern,
an anderen Tagen genau das Gegenteil: Plötzlich erscheinen die
Hinterpfoten zu lang für den Körper, die Ohren viel zu groß.
Dann sind Bäuche dick und rund von Mamas Milch und auf einmal erscheinen
sie viel zu dünn, weil sie gerade mal wieder in der Länge
gewachsen sind. "Unmöglich" denkt man dann von ihrem
Aussehen und ein, zwei Tage später "vielversprechend".
Jede kleine Veränderung sorgfältig wird registriert.
Lange wird über Namen nachgedacht, es werden Bücher gewälzt,
im Internet gesurft und dann überlegt, paßt er auch zum Kitten?
Mein kleines Mädchen zum Beispiel. Ihr haben wir den Namen "Donna"
gegeben - sie benimmt sich nämlich gerne wie eine kleine Prima-Donna.
Jetzt, bei ihren neuen Menschen, heißt sie Djumana - zugegeben
auch ein schöner Name.
Für mich wird sie aber immer meine kleine Donna bleiben...
Eine befreundete Züchtern verriet mir dann, dass sie ihre Kleinen
nicht mehr mit Namen anspricht, dann ist die Bindung nicht so groß
und der Abschied fällt vielleicht nicht ganz so schwer. Aber will
ich das überhaupt?
Mit jeder Phase des Größerwerdens verändert sich auch
die Geschicklichkeit der Kleinen. Anfangs noch auf unbeholfenen dünnen
Beinchen, die einen um so dickeren Bauch tragen müssen, wackeln
sie durch die Welt. Wie im Zeitraffer lernen sie Tag für Tag immer
ein bißchen dazu und dann kommt der Tag, an dem man feststellt,
daß aus dem Babys richtige kleine Katzen geworden sind. Nun sind
ihre Bewegungen - zumindest vorwiegend - elegant und die rassetypischen
Schönheitsmerkmale werden immer deutlicher.
Aber mit der Größe und der Schönheit kommt auch die
Kraft in die kleinen Glieder und die muß nun ständig gemessen
werden. Nun geht es buchstäblich über Tische und Bänke.
Letztens hatte ich mal wieder frische Blumen geschenkt bekommen - hätte
mein Liebster das nur sein gelassen! Wasser sucht sich bekanntlich nach
dem Umwerfen der Vase infolge von intensivem Schnuppern und Probieren
seinen Weg - quer durchs ganze Wohnzimmer, das ich dann trockenlegen
durfte.
Offenbar befindet sich diesmal eine Horde kleiner Tarzans in meiner
Obhut: Sie schaukelten nämlich mit Vorliebe in den Vorhängen!
Also pflücke ich sie unermüdlich wieder heraus, binde die
Vorhänge zur Seite und hoffe, diese Phase möge schnell vorübergehen.
Schier unglaublich ist, wieviel so kleine Monster fressen können:
Bis zu 4 x täglich 3 Dosen zu je 400 gr. = 4.800 gr - das sind
fast 5 kg!
Allerdings incl. meiner 3 Großen. Und man bedenke: Was vorne rein
geht, kommt auch hinten wieder raus. Folge: 2 x tägliches Reinigen
der vier bis zeitweise sogar sieben Katzentoiletten und anschließendes
Staubsaugen. Weiterhin auf- und einräumen der Katzenspielzeuge,
bzw. der Gegenstände, die dazu auserkoren wurden. Kurzum ca. 1
bis ½ Stunden täglich verbringen mein Mann und ich mit Säuberungs-
und Aufräumaktionen.
Das sind dann die Momente, in denen man hofft, daß die Kleinen
bald "ausziehen". Doch schon bei dem Gedanken stehen dann
die Tränen in den Augen...
Je schöner, größer und eleganter sie werden, desto näher
rückt nun der unausweichliche Zeitpunkt des Abschieds. Dabei hat
man doch jetzt gerade erst einen richtigen Draht zu den Kleinen gefunden!
Zum Beispiel zu Casimir, dem kleinen Bub mit der schönsten Farbe
und dem weichsten Fell: Er ist immer bei mir, vor allem in der Küche
- könnte ja was Leckeres für ihn abfallen! Er spricht viel
mit mir und macht bereits die ersten Schultersprungversuche.
Oder Dusty, unser kleiner Spätzünder, für den die Mama
nach gut 8 Stunden dann doch noch eine Wehenspritze brauchte, weil er
so gar nicht auf die Welt wollte: Auch heute ist er eigentlich immer
der letzte, weil er einfach die Ruhe weg hat, also muß ich stets
darauf achten, daß auch er nicht zu kurz kommt.
Und unser einziges Mädi, Donna-Djumana. Vielleicht weil sie bei
sieben Aby-Babys das einzige Mädchen ist, aber sicher nicht nur
deshalb: Sie ist einfach wunderschön in ihrer Zartheit mit ihren
großen Ohren und ihren großen mandelförmigen Augen.
Diese Aufzählung könnte ich jetzt immer weiter führen
und ohne Ende ergänzen.
Ich weiß über jeden sooo viel zu erzählen.
Irgendwann war es soweit: Carlo zog nach Bremen in seine neue Familie.
Er ist ein Schmusekater und liebt es, seinen schlanken Körper ganz
dicht an "seinen" Menschen zu pressen und seinen Bauch lautschnurrend
in die Menschenhand zu legen. Carlo wird dort mit Cousin "Injabara
von Sesostris" zusammenleben und es sicher guthaben. Also habe
ich am letzten Abend noch einmal ganz ausgiebig mit ihm geschmust -
das letzte Mal für immer. Und dann fällt mir der Abschied
vermutlich noch ein bißchen schwerer...
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